Freilichtmuseum Kommern: wie haben die Menschen im Rheinland früher gelebt?

Vor zwei Wochen haben mein Freund und ich einen Sonntagsausflug ins LVR-Freilichtmuseum in Kommern in der Eifel gemacht.

Wer sich dafür interessiert, wie die Menschen im Rheinland vor langer, langer Zeit gelebt haben, sollte dem Freilichtmuseum unbedingt einmal einen Besuch abstatten.
Anfangs war ich etwas skeptisch ob ich da überhaupt hin möchte (dazu muss ich aber auch sagen, dass mein Freund anscheinend nicht so talentiert ist, mit Begeisterung zu erzählen wie toll etwas ist: „Das ist im Freien, da guckt man sich Häuser an und das Brot da ist so lecker!“ klingt jetzt nicht so überzeugend, dass man da eine halbe Stunde hinfährt) aber dann dachte ich mir: kann man ja mal machen.

Meine Motivation ist bei unserer Ankunft auch nicht größer geworden als wir da erst einmal bestimmt mindestens 100 km (ich schwöre!) bergauf zum Museum gehen mussten.

Als das dann aber geschafft war, war ich dann doch begeistert. Mein Freund hatte nicht zu viel versprochen, im Grunde genommen hatte er ja auch irgendwie gar nicht so richtig was versprochen.

Das Freilichtmuseum ist in fünf Regionen unterteilt:

  • Bergisches Land
  • Eifel
  • Marktplatz Rheinland
  • Niederrhein
  • Westerwald

Stichpunkt: historische Gebäude! Ich finde z. B. Fachwerkhäuser nämlich immer total schön anzusehen – schade, dass man heutzutage nicht mehr so oft welche sieht.

Wir sind in die Häuser hineingegangen, die teilweise so niedrig sind (wie klein waren die Menschen früher denn bitte?!), dass wir aufpassen mussten uns nicht den Kopf zu stoßen. Und wer uns kennt, kann sich ja jetzt vorstellen wie niedrig das war, denn eigentlich sind wir nicht besonders groß!
Die Treppen innerhalb eines Hauses darf man meistens nicht hochgehen, das wäre auch ganz schön mutig. Bei den 2–3 Ausnahmen habe ich es nämlich einmal getan und direkt wieder bereut. Die Treppen sind so steil, die Stufen so schmal – ein Wunder, dass ich nicht hinuntergefallen bin.
Nach und nach haben wir ganz gut einen Eindruck bekommen, wie es früher wohl gewesen sein muss und das mit allen Sinnen: Optik, Haptik, Geruch – alles wirkt authentisch.

Besonders gut gefallen hat mir die Ausstellung „WirRheinländer“. Dafür wurde in einem überdachten Gebäude eine komplette Kleinstadt nachgebaut, mit so viel Liebe zum Detail. Wir sind durch enge, unebene Gassen (Stolpergefahr inklusive) mit Kopfsteinpflaster gelaufen, es war bis auf das Licht von den Straßenlaternen dunkel (darum gibt es davon leider auch keine Fotos) und haben in Häuser hineingeschaut, wo mit lebensgroßen Figuren (die teilweise echt gruselig aussehen) verschiedene Szenerien gebaut wurden, z. B. „Der Offizier im Bordell“.
Zwischendurch gibt es dann immer wieder einmal beleuchtete Räume, wo Dokumente, Uniformen und andere Gegenstände von damals ausgestellt werden und man ein paar geschichtliche Fakten mitbekommt.
Diese Ausstellung hat mich in dem ganzen Freilichtmuseum eigentlich am meisten fasziniert. Ich habe mich einfach wie Teil des Geschehens gefühlt, weil ich so hautnah dran war. Das war echt ein unbeschreibliches Gefühl!

Bevor wir nach Hause gefahren sind, haben wir noch ein Laib von den hausgemachten Broten mitgenommen, die werden dort im Steinofen gebacken und schmecken richtig gut (frisches Brot ist ja sowieso der Wahnsinn!). Das von uns mitgenommene Exemplar hat auch nur zwei Tage überlebt.

Ich fand es dort trotz anfänglicher Zweifel jedenfalls richtig schnell richtig super. Obwohl ich nicht so der Typ für kulturelle Aktivitäten bin, bin ich der Meinung, dass man so einen Besuch im Freilichtmuseum auf jeden Fall einmal gemacht haben sollte.
Ich habe Blut geleckt – mal sehen wann ich noch einmal die Gelegenheit bekomme weitere Freilichtmuseen zu besuchen!


LVR-Freilichtmuseum Kommern
Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde
Eickser Straße
53894 Mechernich-Kommern

5 Kommentare

  1. Ich LIEBE Freilichtmuseen dieser Art, wir haben heuer in Schottland eher spontan auch so ein Freilichtmuseum besucht (Highland Folk Museum, ist sogar freier Eintritt) und ich war absolut begeistert! Wie du schon sagst kann man die Vergangenheit einfach mit allen Sinnen erleben und bekommt einen total umfassenden Einblick.
    In Schottland haben sie sogar ein altes Dorf aus dem 18. Jahrhundert nachgebaut und die Mitarbeiter laufen dort auch in zeitgemäßen Gewändern durch das Dorf – man fühlt sich fast wie im Film! =)

    Wenn du magst, kannst du gerne in meinem entsprechenden Reisebericht vorbeischauen.. 😉

  2. Super toller Post und schöne Bilder.
    Ich schau mir auch sehr gerne Museum an oder Ausstellungen..
    Zuletzt war ich bei “Burg Vogelsang“.. war super interessant.

    • Jaaa, das Brot haben wir ja auch echt schnell aufgegessen 😀 den Streuselkuchen habe ich leider nicht probiert :/

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