Matcha? Chia-Pudding mit Matcha, Kokos und Ananas

Hier und da habe ich ja mal durchscheinen lassen, dass ich Tee liebe – vor allem Grünen Tee und dann bestenfalls noch Matcha, den ich vor einigen Jahren beim Japaner kennen und lieben gelernt habe.
Ich kann einfach nicht anders als mir so gut wie jeden Tag mindestens drei Liter Grünen Tee zu Gemüte zu führen. Dieses wohlige Gefühl, wenn der warme Tee den Hals hinunterwandert und sich ein wohlig warmes Gefühl in der Brust bemerkbar macht – wie eine Droge und jedes Mal ein Glücksgefühl, wie der Schuss für einen Junkie.
Also ich nehme mal an, dass das vielleicht so in etwa vergleichbar ist, Heroin gespritzt habe ich mir noch nicht. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.Haha nein, ich glaube ich bin in dieser Sache überhaupt nicht gefährdet. Denn vor etwa zwei Jahren sollte ich mir Thrombose-Spritzen geben: Bauchfalte greifen, Spritze hinein und abdrücken. Ich stand bestimmt zehn Minuten panisch da, Spritze in Position gebracht und nur noch wenige Millimeter vor dem Einstich – die letzten Millimeter konnte ich nicht überwinden.
Die ersten Male musste das sogar eine Bekannte von mir machen, die zu der Zeit zufällig öfter in unserer WG war und in der Ausbildung zur Krankenpflegerin war.
Mir Drogen spritzen wäre also nicht so mein Ding. Ich könnte zwar die auch auf andere Weise konsumieren… aber nee, muss nich.

Matcha gehört ja wie unter anderem Chia zu den Superfoods, die total im Trend sind weil soo gesund und so wie einige darauf schwören, könnte man meinen dass man von diesen Superfoods Superkräfte bekommt und zum Superman/-woman wird. Da ich gern neues ausprobiere, interessiere ich mich für einige Superfoods zwar auch – trotzdem nimmt es bei einigen meiner Meinung nach fast schon übertrieben fanatische Züge an.

Was ist denn daran so toll? Matcha ist eine Grüntee-Sorte, die in China und Japan angebaut wird.
Er wirkt entspannend und vitalisierend. Wie eine riesige Bombe wertvoller Inhaltsstoffe wie Aminosäuren, Antioxidantien, Eisen, Kalium, Kalzium, Proteine und den Vitaminen A, B, C (höherer Anteil als in einer Orange) und E, die beim Verzehren im Körper schlagartig explodiert und Atmung, Cholesterin, Fettverbrennung, Herz, Immunsystem, Konzentration, Stoffwechsel und Stressabbau verbessert.
Die traditionelle Zubereitung von Matcha mit dazugehörigem Zubehör ist immer eine kleine Zeremonie: Mit einem Bambuslöffel (Chashaku genannt) wird der Matcha dosiert und in einer Schale (Tetsuji genannt) in 80° C heißem Wasser mit einem Bambusbesen (Chasen genannt) schaumig aufgeschlagen. Dabei muss man penibel auf die richtige Temperatur des Wassers sowie die Bewegungen beim Schlagen achten – ein kleiner Fehler und der Tee wird nicht cremig.
Ja, puh, Matcha zubereiten ist also schon eine Wissenschaft, in etwa wie Chemie-Unterricht. Und weil Matcha so teuer ist, macht mich das doppelt nervös. Denn jedes noch so kleine verschüttete oder in der Zubereitung verkackte Mü ist bei 30 Euro pro 100 Gramm aufsteigend einfach ein schmerzlicher Verlust. Bei letzterem kann man den Matcha zwar trotzdem trinken aber cremig is halt geiler. Hab ich übrigens noch nicht hinbekommen, Übung macht den Meister wird hier also ein teurer Spaß.

Meinen Matcha habe ich von imogti. Dort gibt es verschiedene Preisklassen von 30 €/100 g bis 270 €/100 g.
Ich habe mich für ersteres entschieden, weil ich für den Einstieg nicht direkt so viel Geld ausgeben wollte. Hier sollte man aber nicht knauserig sein, für manche Dinge muss man halt ein bisschen mehr ausgeben.
So ist der von mir gewählte Matcha geschmacklich für den Anfang zwar in Ordnung aber an den, den ich vom Japaner kenne, kommt er natürlich nicht heran.

Den Matcha möchte ich jetzt zügig aufbrauchen und in nächster Zeit vermehrt in Rezepte einbauen, daher gibt es heute einen Chia-Pudding mit Matcha, Kokos und Ananas.
Ich habe mir letzte Woche das erste Mal eine frische Ananas gekauft, weil ich vorher großen Respekt vor diesen Dingern hatte. Äußerst talentiert wie ich in der Handhabung mit Messern bin, hatte ich nämlich immer die Befürchtung mir beim Ananas schneiden eine oder gar beide Hände abzuhacken. Da ich gerade diesen Beitrag tippe, ist anscheinend zumindest eine Hand noch dran. Die andere aber natürlich auch. Glück gehabt! War ja auch gar nicht so aufwendig und kompliziert, wie ich immer dachte!

Chia-Pudding mit Matcha, Kokos und Ananas

Zutaten:

  • 200 ml Kokosmilch
  • 2-4 EL Chia-Samen (abhängig davon wie fett die Kokosmilch ist, bei fetter cremiger würde ich 2 EL nehmen und bei flüssiger 4 EL)
  • 1/2 TL Matcha
  • 1/2 TL Honig
  • Ananas, gewürfelt
  • Kokosflocken oder -fleisch

Zubereitung:
Kokosmilch mit Chia, Matcha und Honig verrühren, mit Ananas und Kokos garnieren und für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen. Da ich Chia-Puddings nur zum Frühstück esse, mache ich sie immer einfach einen Abend vorher und stelle sie über Nacht in den Kühlschrank.

Zugegeben, appetitlich sieht die grüne Farbe von Matcha meiner Meinung nach oft nicht aus. Vielleicht ist das hier gar kein Matcha. Vielleicht ist das Spinat mit Ananas und Kokos. Vielleicht ist das aber auch Manuel Neuer.
HAH! Den Manuel-Neuer-Spruch wollte ich auch schon immer mal bringen. Wieder einen Punkt von meiner To-do-before-dying-Liste gestrichen, jetzt kann ich fast in Ruhe sterben!

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