Skandinavisches Design in günstig

Wer sich ein bisschen für Interior Design interessiert, wird mitbekommen haben, dass der skandinavische Wohnstil seit 1–2 Jahren sehr beliebt ist und immer mehr Fans findet.
Merkmale dieses Wohntrends sind klare Linien, ruhige Farben und das Kombinieren mit natürlichen Elementen (z. B. Holz, Strick, Wolle). Verspieltes, wie z. B. im Shabby Chic, sind eher nicht anzutreffen. Die Einrichtung wird funktionell und minimalistisch gehalten, wirkt aufgrund der Mischung mit Naturmaterialien aber doch einladend und gemütlich.

Zugegebenermaßen bleibt die Individualität da vielleicht etwas auf der Strecke, sieht doch laut den Fotos der Kategorie „Einrichten & Wohnen“ bei Pinterest jedes Zuhause irgendwie gleich aus – weil eben alle auf Skandinavisches Design abfahren. Gefühlt hat jeder in seiner Altbauwohnung mit hohen Decken und Holzdielenboden einen Eames DSW Chair (worauf er Fell drapiert hat), einen Normann Copenhagen Tablo Beistelltisch oder einen Ferm Living Wire Basket als Couch- und/oder Nachttisch, Kissen und Teppiche mit geometrischen Mustern, Gewürzmühlen der Kollektion „Grinder Set“ von Menu und die Farbgebung eher in schwarz/weiß mit ein bisschen Holz gehalten. Die aufgezählten Dinge sind natürlich Designer- und Markenkram und kosten dementsprechend.

Ich gebe zu, dass ich auch ein großer Fan von Skandinavischem Design bin und mich an solchen Fotos gar nicht satt sehen kann. Aber 350 Euro für einen Stuhl, 300 Euro für einen Couchtisch und 100 Euro für einen Korb – das ist eine Menge Geld. Um es mal in Danysprache zu sagen: davon könnte ich mir eben auch 123897239847 Burger kaufen. Und ja, das ist ein berechtiger Vergleich, denn ich liebe Burger ja.
Ein Fell über einen Stuhl drapiert habe ich aber wohl und die Gewürzmühlen für 60 Euro habe ich mir dann doch mal gegönnt, das ist ja gerade noch so zu verkraften. Der Rest wird iiiiiirgendwann dann vielleicht auch mal hier einziehen.

In letzter Zeit fällt mir jedoch immer öfter auf, dass sich Skandinavisches Design nach und nach auch hier und da vereinzelt in Geschäften der mittleren Preisklasse durchsetzt. Anscheinend (endlich!) sind die Ottonormalverbraucher-Geschäfte auch auf den Zug aufgesprungen. So gab es in den letzten Wochen und Monaten bei BUTLERS, DEPOT, Strauss und Tchibo immer mal wieder skandinavische oder zumindest skandinavisch angehauchte Einrichtung oder/und Dekoration.

Aber auch in Discountern, von denen man das erstmal nicht erwarten würde (Action, Aldi, KODi, TEDi, Xenos usw.) habe ich von Zeit zu Zeit das ein oder andere Schätzchen gefunden. Wer also regelmäßig hier und da mal die Angebote checkt, kann auch mit kleinem Geld ein paar hübsche Accessoires für ein Zuhause im Scandi Style abstauben. Die Qualität ist mit den Designerstücken (wie üblich) natürlich nicht zu vergleichen, Qualität hat eben seinen Preis. Und auch die Optik ist eben nur fast so und nicht 1:1.

Hier mal drei typische Beispiele für Scandi Designermöbel/-dekoration (links) mit Alternativen aus der mittleren Preisklasse (rechts):

1. Eames DSW Chair von Vitra (343 €) / Stuhl von Tchibo (100 €)
2. Drahtkorb von House Doctor (40 €) / Drahtkorb von Action (2,39 €)
3. Servierwagen von Normann Copenhagen (220 €) / Servierwagen von DEPOT (100 €)

Wie gesagt, ich will gar nicht behaupten, dass etwa irgendein Stuhl dem one and only Eames DSW Chair von Vitra das Wasser reichen könnte. Aber fürs Erste reicht es vielleicht und als Auszubildender oder Student ist das meiner Meinung nach eine geeignete Übergangslösung bis richtig Schotter verdient wird um sich Designermöbel von den ganz großen Herstellern zu leisten.


Bilder: Action Deutschland GmbH, Gries Deco Company GmbH, House Doctor ApS, Normann Copenhagen ApS, Tchibo GmbH, Vitra AG, a Swiss corporation

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