Lesen wiederentdeckt + Bücher, die ich 2015 gelesen habe

Ähäm, ja… Wir haben bereits Mitte Februar und ich komme erst jetzt mit Rückblicken für 2015 an. Aber besser spät als nie!

2015 habe ich mehr gelesen als in den sechs Jahren davor, shame on me. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie sich mein Leseverhalten so gegen Null entwickeln konnte – denn als Kind habe ich Buchstaben und Zeilen nur so verschlungen, sobald ich lesen gelernt hatte.

In der Schulbücherei war ich Dauerbesucher und als ich irgendwann einen Ausweis für die Stadtbibliothek bekommen hatte, war ich überglücklich und hing nur noch dort herum. Jede Woche lieh ich mir 5–10 Bücher aus und verschlang sie.
Als ich gerade nach Köln gezogen war und noch keinen Bibliothek-Ausweis hatte, schleppte ich meine Klassenkameradin Maria jede Woche nach der Schule in die Bibliothek um mir einen Haufen Bücher mit ihrem Ausweis auszuleihen. Maria, kannst du es fassen, dass das schon wieder fast 10 Jahre her ist?! Wie die Zeit vergeht…

Mit 15/16 las ich meistens Jugendromane, ab und zu war auch mal etwas von Stephen King dabei. Letzteres war keine so gute Idee, ich bin nämlich ein kleiner Schisshase und kann dann nicht mehr schlafen. Irgendwann kam dann die Phase mit typischen Frauenromanen, wo hinterher dicke Tränen kullerten. Eher zum Spaß hatte ich mir auch einmal einen erotischen Roman ausgeliehen (nein, „Shades of Grey“ gab es damals noch nicht) weil ich neugierig war ob das einen beim Lesen scharf macht. Ganz im Gegenteil, die Geschichte war so traurig, dass ich auch dort weinen musste. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu nah am Wasser gebaut!

Obwohl viele Bücher während der Schulzeit eher nicht so mein Fall waren, sind einige doch bei mir hängen geblieben: Andorra von Max Frisch), Brave New World von Aldous Huxley, Buddenbrooks von Thomas Mann, Damals war es Friedrich von Hans Peter Richter und A Streetcar Named Desire von Tennessee Williams sind Titel, die mir da spontan einfallen. Von Brave New World habe ich mir sogar noch die deutsche Ausgabe gekauft weil mir das so gefallen hat. Es gibt also so einige interessante Schullektüren – ätzend wird es erst, wenn man alles bis aufs Kleinste auseinander nehmen und analysieren muss.

Irgendwann entwickelten sich andere Interessen, so dass das Lesen immer weiter in den Hintergrund rückte. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage dass ich in den letzten Jahren bis auf Gebrauchsanweisungen und Zutatenlisten gar nichts gelesen habe.

Letztes Jahr rückte das Lesen wieder in den Vordergrund, so dass ich ganze 21 (und ein paar gequetschte, also abgebrochene) Bücher gelesen habe. Wir halten also fest: entweder ich lese null Bücher oder um die 20. Wie so oft kann ich nur das eine oder das andere Extrem.

Folgende Bücher habe ich 2015 gelesen:

Das Schicksal ist ein mieser Verräter (John Green)
Nachdem meine zweite von drei Eignungsprüfungen für mein Studium so gut lief, kaufte ich mir vor der Rückfahrt dieses Buch zur Belohnung im Krefelder Bahnhof. Ich verschlang es innerhalb von einem Tag und kämpfte mit den Tränen. Ein schönes und sehr trauriges Buch über Liebe und Freundschaft, bei dem meine Augen einfach nicht trocken bleiben konnten.

Die Achse meiner Welt (Dani Atkins)
Bei diesem Buch kann ich nicht so genau sagen ob ich es gut finde, nach dem Lesen hatte ich jedenfalls nicht so ein gutes Gefühl. Die Handlung ist zunächst verwirrend und ich habe mir so einige Fragen gestellt, das Ende ist jedoch schlüssig und alle Fragen werden beantwortet. Dieses Buch ist auf jeden Fall mal etwas anderes, war aber auch einfach eventuell zu viel für meinen armen kleinen Kopf.

Gone Girl – Das perfekte Opfer (Gillian Flynn)
Diesen Schinken hatte ich mir zum Glück zu Beginn meines Urlaubs gekauft – zum Glück, denn ich konnte nicht aufhören zu lesen. Abends hatte ich es mir aus der Buchhandlung mitgenommen, gelesen habe ich es daraufhin die ganze Nacht. Gegen 5–6 Uhr habe ich es aus der Hand gelegt um ein paar Stündchen zu schlafen um es dann gegen 15 Uhr fertig zu lesen.
Ich wusste anfangs nicht wen ich sympathisch finden soll und bin die ganze Zeit zwischen den Charakteren hin- und hergesprungen. Irgendwann dann die überraschende Wendung und ein kleiner Schock sowie ein kleines bisschen Bewunderung mit einem schalen Beigeschmack.

Tödliche Spiele, Gefährliche Liebe, Flammender Zorn / Die Tribute von Panem 1–3 (Suzanne Collins)
Ich kann eigentlich nur sagen, dass ich diese Trilogie liebe. Mehr als einmal habe ich Bücher noch nie gelesen und diese Bücher waren die ersten, bei denen ich mir das vorstellen könnte. Ich liebe alles an der Handlung und obwohl viel umstritten, ist diese für mich perfekt mit einem perfekten Ende.

Ein ganzes halbes Jahr (Jojo Moyes)
Dazu habe ich ja schon mal ausführlich etwas gesagt.

Wie ein einziger Tag (Nicholas Sparks)
Ich liebe die Verfilmung, die ich schon mehrere Male gesehen habe. Jedes Mal habe ich ein aufgeweichtes Gesicht weil ich so dermaßen weinen muss. Eigentlich mache ich sowas nicht und ich weiß, dass es ein absolutes No-Go ist – aber einmal habe ich sogar meinen Freund dazu gezwungen, den mit mir gemeinsam zu schauen 😀
Der Arme hat so einen Schaden davon getragen, dass er mir das Buch geschenkt hat, mit der Aussage: „Du findest Buchverfilmungen ja immer schlecht, bitte lies dieses Buch und schaue dir dann nie wieder die Verfilmung an!“
Das Buch fand ich genauso traurig schön wie die Verfilmung, ein seltener Fall wo die Verfilmung nicht unbedingt schlechter als das Buch ist. Sein Plan ist also nicht aufgegangen 😉

Cry Baby (Gillian Flynn)
Weil ich von „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ so begeistert war, lag es nahe noch ein weiteres Buch der Autorin zu lesen. „Cry Baby“ war zwar auch irgendwie packend und irgendwie auch eklig mit einem überraschenden Ende, kam für mich aber nicht an besagtes Buch heran, irgendwas fehlte mir da.

Ich. Darf. Nicht. Schlafen. (S. J. Watson)
So etwas in der Art habe ich bisher noch nicht gelesen, weswegen ich das Buch schon mal ziemlich originell finde. Packend mit einer spannenden Handlung, hat mir gut gefallen!

Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün / Liebe geht durch alle Zeiten 1–3 (Kerstin Gier)
Gehört mit der Panem-Trilogie ebenfalls zu meinen absoluten Lieblingen, wo ich mir eine Lesewiederholung gut vorstellen könnte. Hier habe ich mir auch auf gut Glück direkt den ganzen Schuber bestellt und wurde aber zum Glück nicht enttäuscht.
Die Charaktere reichen von wundervoll bis nervig und schrecklich, die Handlung ist absolut spannend und zuckersüß und hach. Ich liebe es!
Momentan versüße ich mir die Arbeit noch mit dem dazugehörigen Hörbuch.

Und ansonsten noch:

Abbildungen: CARLSEN Verlag, dtv, Piper Verlag, Random House, Rowohlt Verlag, S. FISCHER Verlag, Ullstein Buchverlage

1984 (George Orwell)
Mein Informatiklehrer in der 11. Klasse hatte dieses Buch mal erwähnt und kurz die Handlung angerissen, seitdem schlummerte der Titel die ganzen Jahre irgendwo hinten in meinem Kopf. Als ich das Buch beendet hatte, blieb ein mulmiges Gefühl zurück. Ich war irgendwas zwischen angeekelt und schockiert und konnte das Ganze nur schwer verdauen. Ich denke, dass man 1984 mal gelesen haben sollte, auch wenn es zwischendurch etwas zäh ist – aber man sollte damit rechnen, dass sich nach dem Lesen ein ungutes, beunruhigendes Gefühl in einem breit macht.

Darm mit Charme (Giulia Enders)
Eigentlich bevorzuge ich zusammenhängende Geschichten gegenüber Sachbüchern aber als mir eine Kommilitonin dieses Buch in die Hand drückte, versuchte ich es einfach mal. Anfangs musste ich hier und da mal schmunzeln, mit der Zeit wurde es mir aber doch zu langweilig – wissenschaftliche Fakten bleiben eben wissenschaftliche Fakten, egal ob sie mit Wörtern wie „kacken“ o. Ä. beschrieben werden. In dem Buch habe ich durchaus ein paar interessante Fakten gefunden, zu Ende gelesen habe ich es jedoch trotzdem nicht.

Im Labyrinth, In der Brandwüste, In der Todeszone / Die Auserwählten 1–3 (James Dashner)
Weil mir die Panem-Trilogie so gut gefallen hat und ich anscheinend auf Dystopien stehe, durfte direkt der ganze Schuber von „Die Auserwählten“ bei mir einziehen – nicht immer unbedingt empfehlenswert, denn wenn einem schon der erste Teil nicht gefällt, hat man alle drei an der Backe.
Ich habe mich einen Monat durch den ersten Teil gekämpft und dann noch durch den zweiten und dritten Teil. Die Handlung war okay aber das gewisse Etwas fehlte mir: sobald ich die Bücher zwischendurch weggelegt hatte, vergingen Tage und Wochen – ich hatte einfach nie das Bedürfnis jetzt unbedingt weiterlesen zu müssen.

Schoßgebete (Charlotte Roche)
Dieses Buch hat mir eine Kommilitonin geliehen und ich fand es ganz, ganz schrecklich. Es ist irgendwie anders als „Feuchtgebiete“ aber trotzdem nicht wirklich gut. Furchtbar gelangweilt zwang ich mich guten Willens in etwa bis zur Hälfte zu lesen und war erleichtert als ich es dann endlich weggelegt habe.

Silber – Das erste Buch der Träume (Kerstin Gier)
Da mich die Edelstein-Trilogie so begeistert hat, wollte ich noch ein weiteres Buch der Autorin lesen. Leider hat mich „Silber – das erste Buch der Träume“ überhaupt nicht überzeugt: ich habe es zwar zu Ende gelesen, habe mich jedoch eher gequält.
Das Buch geht zwar irgendwie in die selbe Richtung wie die Edelstein-Trilogie aber irgendwas fehlte mir.

Tschick (Wolfgang Herrndorf)
Was nettes leichtes für zwischendurch aber vom Hocker gehauen hat mich das Buch jetzt nicht unbedingt.

Underground (Lee Child)
Ich habe vier Monate gebraucht um dieses Buch zu beenden, da ich mich in der ganzen Zeit nur zwischendurch für ein paar Seiten dazu zwingen konnte. Die Handlung ist überraschend, der Weg dahin ziemlich langatmig und zäh. Außerdem für meinen Geschmack zu politisch, wahrscheinlich konnte ich mich deswegen nicht so gut damit anfreunden. Die Hauptfigur finde ich ziemlich seltsam, driftet mir auch zu oft ab mit den Gedanken.
Das Buch hatte ich spontan für 3 Euro vom Wühltisch bei Real aufgegabelt, seit dieser Enttäuschung traue ich solchen Wühltischen nicht mehr wirklich…

Weil wir uns lieben (Colleen Hover)
Nachdem ich die ersten beiden Teile der Layken & Will-Reihe vorletztes Jahr innerhalb von zwei Tagen verschlungen und dabei fürchterlich geheult habe, konnte ich den dritten Teil kaum abwarten. Der war aber leider eine Enttäuschung, während des Lesens hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass dieser Teil nur veröffentlicht wurde um noch mal richtig Kohle zu machen – so in etwa wie man das bei schlechten Filmfortsetzungen manchmal denkt.

Für meinen Geschmack waren mir 2015 zu viele Bücher dabei, die mich nicht vom Hocker gehauen haben – ich hoffe, dass das einfach nur eine vorübergehende Pechsträhne war.
Auch wenn mein Geschmack schwer zu definieren ist: ich bin immer auf der Suche nach neuen Büchern, also her mit euren Tipps!

Kommentar verfassen