Meine Schokoladensucht + selbstgemachte Schokolade

Schokolade ist geil.

Ich bin höchsten Grades abhängig von diesem Zeug, leider. Ihr denkt jetzt vielleicht: mal ein Stückchen Schokolade ist doch nicht schlimm, was hat sie denn? Pah, denkste! Bei mir bleibt es nie bei einem Stückchen, nach höchstens einer halben Stunde habe ich die vollständige Tafel vernichtet.

Und nein, zusammenreißen geht nicht. Schon probiert. Der sicherste Weg für mich nicht bald an einer Überdosis Zucker zu sterben ist der vollständige Verzicht, denn wenn ich ein klitzekleines Stückchen hatte, will ich alles.
Nach meinem ersten (und wahrscheinlich besser letzten) Besuch im Lindt Werksverkauf in Aachen nahm ich ca. zwei Kilogramm Schokolade mit nach Hause und aß eine Zeit lang etwa drei Tafeln Schokolade täglich – jetzt habt ihr ein Bild davon, wie es um meine Schokoladensucht steht.

Als ich noch jünger war, war meine liebste Schokolade die weiße, also die ungesündeste Schokoladensorte von allen: 0% Kakaoanteil, nur noch Kakaobutter mit einer Menge Milch, Zucker und anderen seltsam klingenden Inhaltsstoffen. Wenn man einmal darüber nachdenkt, ist weiße Schokolade eigentlich ein Verbrechen und eine Beleidigung für richtige Schokolade.
An zweiter Stelle kam bei mir die gute Vollmilchschokolade mit immerhin mindestens 30% Kakaoanteil aber dennoch viel Milch, Zucker und weiteren Zusätzen.
(Zart-)Bitterschokoladen mit einem Kakaoanteil von mindestens 50% waren mir ein Graus, denn je höher der Kakaoanteil, desto weniger Platz für weitere Zutaten und weniger süß.

Jetzt, wo ich alt und weise bin und meine Geschmacksknospen anscheinend gereift sind, kann ich auch mit den Schokoladen mit einem höheren Kakaoanteil etwas anfangen, meistens sind mir diese sogar lieber.
Neben den bekannten Billigschokoladen, die voller Müll sind, gibt es wirklich viele tolle Schokoladen, die nicht einfach nur nach künstlichen Aromen und Zucker schmecken.

Bisher habe ich folgende hochwertigere Schokoladen probiert:

Abbildungen: LOVECHOCK B.V., RAUSCH GmbH, Zotter Schokoladen Manufaktur GmbH

  1. Lovechock Organic Raw Chocolate: Pur/Kakaonibs, 81%
  2. Rausch Plantagen-Schokolade: Trinidad Selection, 80%
  3. Zotter: Labooko Peru, 100%

Meine Lieblingsschokolade ist die Trinidad Selection, die Schokoladen von Lovechock sind auch lecker.
Die Labooko Peru darf es auch ab und zu mal sein, davon esse ich dann wirklich nur 1–2 Stückchen. Jeder, der die bisher bei mir probiert hat, hat das Gesicht verzogen – zugegeben, sie ist etwas gewöhnungsbedürftig und man darf halt nicht hineinbeißen, sondern muss sich das kleine Stückchen langsam auf der Zunge zergehen lassen. Dann schmeckt’s auch!

Foto: LOVECHOCK B.V.

Ich bin gerade zufällig über etwas neues aus dem Hause Lovechock gestolpert: bisher gab es nur Riegel und Drops, nun aber auch ganze Schokoladentafeln – in den Sorten „Süße Kakaonibs & Meersalz“, „Blaubeere & Hanfsaat“ und „Mandel & Baobab“! Ja, die gibt es wohl schon seit ein paar Monaten und ich bekomme sowas irgendwie immer als letzte mit… Sieht jedenfalls vielversprechend aus und ich hoffe demnächst mal in den Genuss dieser Schätze zu kommen 😉

Nun aber genug von gekaufter Schokolade, kommen wir zum kreativen Teil: selbstgemachte Schokolade stand schon länger auf meiner To-Do-Liste, so dass ich mir letztes Jahr zum Geburtstag eine Schokoladenform schenken lassen habe.
So richtig getraut habe ich mich dann doch nicht, daher musste erst ein halbes Jahr vergehen bis sie dann jetzt endlich eingeweiht wurde.
Beim Zubereiten war ich zwar etwas skeptisch aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das schöne ist, dass man alles mögliche (z. B. Nüsse, Früchte, Kokosraspel) nach Lust und Laune in seine selbstgemachte Schokolade hineingeben kann und dann ganz sicher tolle Unikate in der Hand hält. Außerdem kann man sie so süßen wie man es mag und weiß was alles drin steckt. Voraussetzung für diese selbstgemachte Schokolade ist natürlich, dass man einem höheren Kakaoanteil nicht ganz abgeneigt ist.
Für das erste Mal habe ich mich für eine ganz einfache Schokolade mit Nüssen entschieden.

Zum Süßen habe ich Kokosblütenzucker verwendet, da ich diesen noch hier hatte. Kokosblütenzucker wird aus der Kokospalme gewonnen, indem der Saft aus den Blüten aufgefangen und durch Erhitzen zu Sirup verarbeitet wird. Nach dem Abkühlen wird die Masse dann zu feinem Kokosblütenzucker gemahlen.
Diese Alternative zu raffiniertem Zucker erfreut sich in einigen Kreisen immer größerer Beliebtheit, auch weil hier ein niedriger Glykämischer Index gegeben ist. Dieser sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu hoch ansteigt um dann wieder sehr tief zu fallen, auch als Gefühl des Heißhungers bekannt.
Kokosblütenzucker schmeckt wider Erwarten nicht nach Kokosnuss sondern leicht karamellig und malzig. Ob Kaffee oder Kuchen – man kann raffinierten Zucker überall 1:1 durch Kokosblütenzucker ersetzen.

Von der Verwendung von Kokosblütenzucker hatte ich mir einen Hauch von Karamell in meiner Schokolade erhofft, doch der Kakao schmeckt wohl zu stark und übertüncht den leichten Karamellgeschmack. Malzig ist die Schokolade allerdings schon etwas geworden – somit habe ich mir also quasi meine eigene Schokolade Ovomaltine Style gezaubert.
Zum Süßen kann man natürlich auch normalen Zucker oder Rohrzucker nehmen. Oder Honig. Oder Ahornsirup. Ganz wie man es mag. Wie sich die Zutatenmengen ändern, wenn Flüssigkeit in Form von Honig oder Ahornsirup dazukommt, weiß ich leider nicht – das werde ich nächstes Mal ausprobieren.

Selbstgemachte Schokolade mit Nüssen

Zutaten:

  • 45 g Kakaobutter
  • 45 g Kakaopulver (ungesüßt)
  • 60 g Kokosblütenzucker
  • Nüsse nach Belieben

Zubereitung:
Kakaobutter im Wasserbad erwärmen und Kokosblütenzucker unterrühren. Vom Herd nehmen, das Kakaopulver dazugeben und gut verrühren.
Zum Schluss in eine Schokoladenform o. Ä. füllen und mit Nüssen dekorieren.
Bei Raumtemperatur abkühlen lassen und ab in den Mund damit!

Man munkelt, dass sich die Kakaobutter bei zu starkem Temperaturabfall (sprich Abkühlung im Kühlschrank) absetzt, daher bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe meine selbstgemachte Schokolade größtenteils auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann erst zum Schluss in den Kühlschrank gegeben.

So einfach geht also selbstgemachte Schokolade und ich bin schon gespannt darauf was ich in nächster Zeit noch so damit anstellen werde!


Bezugsquellen:
Kakaobutter: Sevenhills Wholefoods
Kokosblütenzucker: Lotao
Schokoladenform: LURCH

10 Kommentare

  1. Bitterschokolade ist mir oftmals auch lieber, ich mag die eigentlich ziemlich gern. Allerdings hatten wir neulich eine richtig üble daheim (leider hab ich vergesse noch mal auf die Verpackung zu schauen wie hoch der Anteil denn nun war) und die war grausam. Die schmeckte irgendwie nur noch wie Holzhohle oder so… 😉

    Schokolade selbst machen ist sicherlich witzig. Wäre ich in der Küche nicht so unbegabt und wirklich untalentiert wäre das mal was für mich. Schokolade mag ich nämlich wirklich auch gern.

    Haha, der Winter war halt bisher so gut wie überall ziemlich mild und daher auch langweilig. Oftmals hatte man wirklich, grad in der Zeit um Weihnachten herum, das Gefühl es wäre schon Frühling.
    Ich mag den Winter lieber mit Schnee. Ansonsten ist er halt doch auch oft sehr nass und grau und matschig. Mit Schnee sieht alles viel schöner aus.

    • Schade, dass du den Namen von der scheußlichen Schokolade nicht mehr weißt, jetzt kannst du mich ja gar nicht vorwarnen 😀

      Ich bin mir sicher, dass du Schokolade selbst machen auch hin kriegst, außer ein bisschen rühren und schmelzen muss man ja fast gar nichts machen!

      Da hast du recht, wenn der Winter so schön weiß wie im Märchenland wäre, würde ich ihn bestimmt auch mögen. Allerdings wohne ich schon immer in der Stadt und kenne nur den matschigen, grauen und gelben Schnee 🙁

  2. Liebe Dany,

    ich werde das auf jeden Fall nachmachen. Sehr schöne Idee. Das ist ein schönes Geschenk 🙂

    Die von Rausch kenne ich und auch die von Zotter, ich mag beide sehr gerne. Es gibt allerdings dunkle Schokolade, da habe ich das Gefühl ich habe einen Klotz in meinem Mund, da schmilzt nichts….

    Hattest du Schwierigkeiten die Zutaten zu bekommen?

    Liebe Grüße, Bee

  3. Toll, ein Beitrag nur über Schokolade. 🙂 Ich bin da genau wie du, ich kann nach einem Stück einfach nicht mehr aufhören. Es muss dann doch immer die ganze Tafel dran glauben.

    Und danke für den Tipp mit dem Kokosblütenzucker, davon habe ich ja noch nie gehört. Aber so wie du ihn beschreibst, stelle ich ihn mir unheimlich lecker vor!

  4. Rosy | Love Decorations

    Hahaha, deine Einleitung – genial 😀 Allein der erste Satz!!! Ein High-Five auf Schoki-Süchtige ;D

    Als Kind war weiß auch meine Lieblings-Sorte! Mag ich auch heute noch, aber mein absolutes Liebling ist inzwischen Zartbitter – nichts geht unter 70% Kakao.
    Vollmilch hingegen mochte ich noch nie so wirklich…

    Liebes, genieß die Woche und lass es dir gut gehen :*

    Liebste Grüße,
    Rosy ♥

    • Na ich weiß nicht, diese Sucht würde ich lieber loswerden. Aber momentan geht es 😀
      Dir auch eine schöne Woche! 🙂

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