Tokyo: Anreise und die ersten Tage

Wie schnell vergeht die Zeit bitte? Nun ist es 11 Monate her, dass ich in Japan war. Keine Ahnung wie sinnvoll es ist, nach so einer langen Zeit noch einen Beitrag darüber zu verfassen – immerhin sind alle frischen Eindrücke inzwischen weg und ich kann nur noch hoffen, dass ich noch einigermaßen alles zusammen kriege. Aber ich habe so viele Fotos, die zu schade sind um auf meinem Rechner zu verstauben. Und außerdem hat sich Mary mal beschwert, dass ich hier noch nichts über Japan geschrieben habe – also muss ich wohl.

Insgesamt war ich zwei Wochen in Japan – jeweils eine Woche in Tokyo und Kyoto und einen Tag in Amanohashidate.

DUS–LIN–MXP–NRT

Am 9. August 2016 um 08:30 Uhr startete der Flug vom Düsseldorfer Flughafen. Zunächst ging es zum Flughafen Mailand Linate, dort ging es dann mit einem Shuttlebus zum Flughafen Mailand Malpensa und von dort aus ging der Flug zum Flughafen Tokyo Narita.
Klingt total bescheuert, oder? Erstmal in die entgegengesetzte Richtung nach Italien zu fliegen um dann wieder über Deutschland und Russland nach Japan zu fliegen. Klingt nicht nur bescheuert, ist auch so.
Ich hatte beim Buchen irgendwie nicht auf dem Schirm, dass man auch Direktflüge ab Frankfurt bekommt und der Preis war so einfach zu gut, dass ich den Flug ohne zu Zögern gebucht habe. Und wer denkt, dass das viel zu stressig ist: das war gar nichts, der Rückflug war viel schlimmer. Aber dazu später mehr.

13 Stunden Flug können sich ganz schön ziehen. Vor allem wenn man im Flugzeug die ganze Zeit auf einen Monitor starrt, der anzeigt über welchem Gebiet man sich gerade befindet. Dass Russland sehr groß ist, weiß man ja. Aber so richtig vorstellen kann man sich das dann auch erst wenn man mal drüber fliegt und das Ganze sechs Stunden dauert. Echt jetzt, die Hälfte des Flugs ist rum und man hat gerade mal ein Land überquert (Deutschland zählt nicht)?!

Am nächsten Morgen am Flughafen Tokyo Narita angekommen bin ich erstmal mit zwei Polizisten ins Gespräch gekommen. Ich weiß nicht so wirklich warum die mich angequatscht haben, ich glaube dass denen langweilig war – in Japan geht die Kriminalitätsrate nämlich gegen 0, da hat die Polizei bestimmt nicht ganz so viel zutun ¯\_(ツ)_/¯
Die haben mich dann ausgefragt was ich hier mache, wie lange ich bleibe und was ich mir in Japan alles angucken möchte. Jedenfalls haben die sich sehr über Besuch aus Deutschland gefreut und wollten direkt, dass ich ihnen ein paar deutsche Sätze beibringe. Dann gab es noch ein paar Tipps wo ich unbedingt mal essen gehen sollte und dann haben die beiden sich auch schon wieder verabschiedet. Das war also meine erste Begegnung in Japan. Irgendwie cool.
Danach ging es mit der Bahn vom Flughafen nach Tokyo, die Fahrt hat so etwa eine Stunde gedauert.

Gewohnt habe ich im Bezirk Ikebukuro. Dort hatte ich ein Zimmer bei einem sehr netten Paar, das ich bei Airbnb gefunden hatte.
Angekommen und völlig fertig vom Flug gab es dann erstmal eine Dusche (das war ungefähr so geil wie wenn man total vergammelt nach einem Festival endlich duschen gehen kann) und einen kleinen Mittagsschlaf.
Als ich wieder aufgewacht bin, habe ich mich erstmal erschrocken: ich hatte mir keinen Wecker gestellt und auf einmal war es komplett dunkel draußen – na toll, den ersten Tag verschlafen und mitten in der Nacht erst wach werden. Ein Blick auf die Uhr verriet mir dann aber dass es erst 19 Uhr war – in Deutschland wird es im Sommer ja erst gegen 22 Uhr dunkel, in Japan jedoch schon gegen 18–19 Uhr.

Nachdem ich mich Dank des Nickerchens wieder wie ein richtiger Mensch gefühlt habe, ging es dann noch ein bisschen raus die Hood erkunden. Ganz wichtig: erst einmal einen Abstecher in die Supermärkte. Ich liebe es in Supermärkte zu gehen (vor allem im Ausland), denn ich finde es immer wieder faszinierend die ganzen Produkte, die sich zu denen in Deutschland unterscheiden, zu durchstöbern.
Es durften dann ganz viele Süßigkeiten und Knabbereien mit und nach einem ausgiebigen Spaziergang durch Ikebukuro ging es dann wieder zurück ins Airbnb.

Am nächsten Morgen ging es zum Tsukiji-Fischmarkt. Das ist der größte Fischmarkt weltweit und man bekommt nirgends frischeren Fisch als hier.
Das Highlight des Fischmarkts ist die Thunfisch-Auktion, die jeden Morgen um 5 Uhr beginnt. Das Spektakel soll ein absolutes Must-See sein, dafür müsste man aber schon weit vor 5 Uhr dort sein um einen guten Platz zu ergattern. Ich wollte aber lieber ausschlafen und anderen Leuten zusehen wie sie Thunfisch für viel Geld ersteigern musste ich auch nicht unbedingt haben – daher bin ich lieber morgens um 9 Uhr zum Großmarkt dort gegangen und habe mich da ein bisschen umgesehen. Und Sushi zum Frühstück gab es auch.

Danach bin ich noch ein bisschen herumgelaufen, habe mir hier und da mal was angesehen und bin ab und zu auch mal irgendwo hineingestolpert, u. a. waren darunter der Kaiserpalast, das Nationalmuseum und der Ueno Park. Aber wie heißt es so schön: Bilder sagen mehr als Worte.

Tsukiji Hongan-ji Tempel

Kaiserpalast

Matcha-Eis (oder generell Süßigkeiten mit Matcha) gibt es in Japan an jeder Ecke <3
Bei 32 °C und 70% Luftfeuchtigkeit brauchte ich dann etwa jede Stunde so ein Eis. Und beim Fotografieren muss man echt schnell sein, sonst ist das schneller geschmolzen als man gucken kann!

Dass die Restaurants in Japan ihre Gerichte als Kunststoff-Nachbau in ihren Schaufenstern oder vor dem Geschäft ausstellen ist ziemlich praktisch, so weiß man immer genau was man da bestellt. Und noch ein weiterer Vorteil: man bekommt das richtige Essen trotz sprachlicher Barriere.

In japanischen McDonald’s-Filialen gibt es ein Getränk namens McFloat – Cola mit Softeis oben drauf. Hört sich irgendwie nicht so appetitlich an aber als ich einem Freund davon erzählte, meinte er dass ich das unbedingt probieren soll. Gesagt, getan – war jetzt nicht super geil aber auch nicht so eklig wie es sich anhört.

Abends bin ich dann beim Ueno Park zufällig in ein kleines Straßenfest gestolpert. Dort gab es jede Menge leckeres Street Food (sogar Döner gibt es in Japan!) und jede Menge Menschen. Die haben sich da ganz langsam und entspannt durch die Menge geschoben, alle mit dem Blick aufs Smartphone um Pokemon Go zu spielen. Der Hype in Deutschland letztes Jahr war gar nichts dagegen.

Die ganzen Eindrücke und Erlebnisse, die ich innerhalb der zwei Wochen gesammelt habe, würden hier jetzt den Rahmen sprengen – daher werde ich von Zeit zu Zeit immer mal wieder ein bisschen was erzählen.

4 Kommentare

  1. Ahh… sehr schön 🙂
    Freue mich auf weitere Eindrücke…

    Ich habe ja leider meine Festplatte geschrottet, auf der die Bilder aus Shanghai sind -.-

  2. Ich bin damals zuerst nach Osaka geflogen (und war erst am Ende meiner Reise in Tokyo) und ich muss schon sagen: der Kulturschock in Verbindung mit der abartigen Schwüle des Sommers und der Jetlag waren eine sehr eigene Mischung. War wirklich total verrückt in Japan anzukommen und für mich auch noch mal eine ganz andere Erfahrung als in anderen asiatischen Ländern.
    Generell habe ich meine Zeit dort einfach sehr genossen!

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